HUMONDE - Zeitschrift für eine humane Welt und Wirtschaft
Thomas Seltmann, © Marcus Gruber
Thomas Seltmann (Jahrgang 1972) ist Experte für nachhaltige Energiewirtschaft, Autor und Berater für Solartechnik ("Photovoltaik - Strom ohne Ende", Solarpraxis Verlag Berlin), untersucht und propagiert Alternativen zur herrschenden Ökonomie, engagiert sich für mehr Demokratie und hält Vorträge zu Themen wie "Überall fehlt plötzlich das Geld - warum eigentlich?" und "Mehr Wohlstand ohne Wachstum."
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1.2.2005 | Druckansicht

Geld & Wirtschaft

„In Afrika ist dauernd Tsunami“

Kommentar von Thomas Seltmann

Angesichts der Jahrhundertflut in Südasien wurde vielfach die Hoffnung geäußert, dass die Reichen dieser Welt nun endlich beginnen, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen. Denn es gab Zeichen. Immerhin setzten die Teilnehmer des elitären Weltwirtschaftsforums in Davos die Themen Armut, Klimawandel, Hunger, Gerechtigkeit, Bildung und Frieden überraschend an die Spitze der Agenda. Und immerhin spendeten die Bürger und Regierungen der Industriestaaten für die Opfer des Tsunamis in Asien so viel wie nie.

Die internationale Staatengemeinschaft sagte vier Milliarden Dollar Hilfsgelder zu, freilich verteilt über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Doch im Vergleich zu den Auslandsschulden der betroffenen Länder sei auch diese Spendenflut nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, rechnet Attac Deutschland vor: Ende 2002 waren es nach Angaben der Weltbank 308 Milliarden Dollar, für die diese Länder jährlich über 50 Milliarden Dollar an Zinsen und Tilgungen bezahlen müssen.

Schlimmer also als der zehntausendfache Tod und die millionenfache Not durch einen Tsunami ist die von Menschen gemachte Armut in Asien, Afrika und in anderen so genannten „Entwicklungsländern“. Längst haben wir vergessen, dass beispielsweise „in Afrika alle 14 Tage so viele Menschen an Hunger und vermeidbaren Krankheiten sterben wie durch den Tsunami insgesamt“. „In Afrika ist dauernd Tsunami“, schrieb Franz Alt.

Darüber war bei aller Anteilnahme in jenen Wochen wenig zu hören. Wer aber Leiden nicht nur lindern, sondern Armut vermindern und verhindern will, muss auch die „blinden Flecken der Ökonomie“ (Bernd Senf) ansehen. Dafür engagiert sich Humonde.

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