HUMONDE - Zeitschrift für eine humane Welt und Wirtschaft

Leute & Worte

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„Wer glaubt, dass exponentielles Wachstum für immer weitergehen kann in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“
Kenneth Ewart Boulding
US-amerikanischer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler (1910 bis 1993)
Wir in der Politik sind professionelle Verkomplizierer."
Carsten Pfeiffer
Politikwissenschaftler und Mitarbeiter des Deutschen Bundestages
Lassen Sie Ihr Geld arbeiten - sagen die Privatbanken. Aber warum soll auch Geld arbeiten, wenn schon so viele Menschen arbeitslos sind? Sollte man nicht schleunigst das Geld arbeitslos machen, damit die Menschen wieder Arbeit haben?
Hans Olbrich

Ein Jahr mehr frühkindliche Bildung kostet 4.000 Euro, ein Monat Jugendknast 8.000 Euro.
Winfried Steinert
vom Bundeselternrat (gefunden in der taz vom 13.2.2006)
„Wer, verdammt noch mal, sind eigentlich Wirtschaftsforscher? Stehen die im Grundgesetz? Sind sie biblisch legitimiert? Kann man aus der Sekte auch wieder austreten? [...] Was hat der Thesendurchfall dieser Theoretiker dazu beigetragen zu der Frage, was ein Gemeinwesen eigentlich soll - außer Marktplatz zu sein?“
Friedrich Küppersbusch
TV-Produzent und ehemaliger Moderator (Zak).
„Die Linke ist eine international operierende Zornbank, in der kleine Leute ihre Spareinlagen an Empörung deponieren können.“
Peter Sloterdijk
Philosoph
„Vor dem Hintergrund der Hilfslosigkeit der Politik und der ruinösen Eigendynamik der Wirtschaft versucht die Zivilgesellschaft eine Flotte von kleinen Rettungsbooten für den Ernstfall zu entwickeln.“
Prof. Dr. Hans-Peter Dürr
Alternative Nobelpreisträger und ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Atomphysik.
„Wenn wir in den nächsten vier Jahren keine Trendwende zum Besseren zu Stande bringen, dann stellen die Menschen die Systemfrage.“
Paul Kirchhof
Steuer- und Finanzexperte in Angela Merkels Kompetenzteam, aus der Wirtschaftswoche.
„Der Hunger tötet weltweit ungefähr 100.000 Menschen täglich. Kaum jemand spricht über diesen Völkermord, von Abhilfe ganz zu schweigen. Vor diesem Hintergrund und angesichts des zügellosen Neoliberalismus der Finanzmärkte entlarvt sich das Reden der Mächtigen von christlichen Werten, von Solidarität und Gerechtigkeit als pure Heuchelei.“
Jean Ziegler
Schweizer Professor für Soziologie, Politiker und Sachbuchautor („Die Schweiz wäscht weißer“), UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, auf dem Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover.
„Die Globalisierung ist ein Faktum. Wir diskutieren ja auch nicht, ob wir die Schwerkraft gut finden oder schlecht.“
Manfred Weber
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken, im taz-Interview
„Der Mensch ist die Krone der Schöpfung wenn er weiß, dass er sie nicht ist – lautet die Jahrtausendbotschaft dieses Dialektikers.“
Cornelia Zetsche
in einem Nachruf über Carl Amery.
„Ich bin überzeugt, dass irgendwann einmal die Dritte Welt dem Westen seinen Nürnberger Prozess machen wird. Und wir werden dann alle als die korrumpierten Nutznießer dieses Menschheitsverbrechens dastehen.“
Wolfgang Schivelbusch
Kulturhistoriker, im taz-Interview
„Die EU-Verfassung hat eine wirtschaftsdogmatische Schlagseite. Statt einen Sozialstaat Europa zu entwickeln, gibt sich Europa eine Verfassung, die zum Teil neoliberaler ist als in den USA.“
Hermann Scheer
SPD-Bundestagsabgeordneter, zu seiner Enthaltung bei der Abstimmung im Deutschen Bundestag
„Das politische System unseres Landes beruht auf Annahmen, die mit der Lebenswirklichkeit nicht länger vereinbar sind; auf der Annahme nämlich, dass ein stetes exponentielles Wachstum der materiell verfügbaren Ressourcen, des materiellen Bruttosozialproduktes, dauerhaft möglich ist. Sämtliche seiner wesentlichen Grundlagen, Strukturen, Verhaltensweisen und Erwartungen sind durch diese Annahme inhaltlich geprägt. Sein Geldsystem und die Marktwerte der Güter- und Dienstleistungen beruhen auf ihr. (…) Wer die Möglichkeit dauerhaften exponentiellen Wachstums leugnet, gefährdet deshalb das gegenwärtig reale demokratische Herrschaftssystem ebenso wie die Beweise Galileis das damalige Herrschaftssystem der Kirche gefährdeten.“
Kurt Biedenkopf
(*1930), deutscher Politiker, auf der 56. Physikertagung in Berlin (1992)
Margrit Kennedy
„Im Mittelalter jammerten die Menschen, wenn sie den Zehnten, also ein Zehntel ihres Einkommens oder ihrer Erzeugnisse, an den Feldherrn abliefern mussten. Heute entfällt mehr als ein Drittel im Preis der Güter und Dienstleistungen auf den Kapitaldienst für die Geld- und Sachkapitalbesitzer. Dass es den meisten – jedenfalls hier bei uns – trotzdem wirtschaftlich besser geht als im Mittelalter, verdanken wir der industriellen Revolution, der zunehmenden Automatisierung der Wirtschaft, einem ungeheuer großen Raubbau an den vorhandenen Rohstoffen und der Ausbeutung der Dritten Welt.“
Margrit Kennedy
deutsche Autorin und Referentin, Expertin für Komplementärwährungen, Aufbau eines Netzwerkes für die praktische Einführung von Regionalwährungen
„Die Tatsache, dass eine Meinung weithin geteilt wird, ist noch lange kein Beweis dafür, dass sie nicht absolut absurd ist.“
Bertrand Russell
(1872-1970), englischer Philosoph
Heiner Flassbeck
„Natürlich muss jede Firma die Kosten drücken, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber deswegen kann ein Unternehmen doch nicht mit Aussicht auf Erfolg zu seiner Bank gehen und sagen: ‚Tut mir Leid, mein Gewinn ist mir zu niedrig. Ich kann jetzt nur noch den halben Zinssatz zahlen.’ Aber was bei den Kapitalkosten undenkbar wäre, das soll bei den Arbeitskosten Marktwirtschaft sein?“
Heiner Flassbeck
ehemaliger Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW und Bundesfinanzstaatssekretär, Wirtschaftsexperte bei der Konferenz für Handel und Entwicklung der Vereinten Nationen
„Wir müssen lernen, dass der Staat, zumal der demokratische Rechtsstaat, mehr ist als ein Markthindernis.“
Erhard Eppler
SPD-Politiker und ehemaliger Entwicklungsminister
„Solange man siegen will, kann man nichts für den Frieden tun. Und genauso gilt: Wenn man recht behalten will, kann man nichts für die Wahrheit tun.“
Jörg Zink
evangelischer Theologe
„Ich glaube, dass viele anständige Investmentbanker und grundehrliche Makler an der Börse ihr Geld im Schweiße anderer Angesichter verdienen.“
Harald Schmidt
Fernsehunterhalter
„Die meisten Leute werden nur deswegen nicht reich, weil sie vor lauter Arbeit keine Zeit zum Geldverdienen haben.“
Jimmy Durante
US-amerikanischer Schauspieler
„Letztlich macht auch Günther Jauch nichts anderes als die Spiele, die man mit den Kindern auf der Urlaubsfahrt nach Italien spielt, damit sie im Auto ruhig sind.“
Dieter Hildebrandt
deutscher Kabarettist, über das „Fernsehen als Haushaltsgerät“
Eugen Drewermann
„Wenn ich meinen Bischof frage, wann wir denn nun dahin kommen, für die Zweidrittel der Menschheit, für die jedes Jahr etwa 50 Millionen verhungernden Menschen, energisch etwas zu tun, habe ich nie eine andere Antwort bekommen als von Staatsbeamten und Politikern auch: Dass wir uns so etwas wie Mitleid oder Caritas oder Humanität erst leisten können am Rand überfließenden Wohlstandes. ‚Wir können nur das Geld ausgeben, was wir selbst eingenommen haben.’ Wir müssen also unsere Wohlstätigkeit als erstes in Gestalt von Reichtum erwerben, und dann, beim überfließenden Kochtopf, wird irgendetwas auch in die Länder der 3. Welt zu den Bedürftigen gelangen. Dieses Modell ist schon deshalb absurd, weil jeder begreift, dass unser Reichtum wesentlich auf der Verelendung dieser 2/3 der Menschheit basiert.“
Eugen Drewermann
deutscher katholischer Theologe, Psychotherapeut, Schriftsteller
„Wer der Meinung ist,dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.“
Benjamin Franklin
US-amerikanischer Politiker, 1706-1790
„Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: Wer die Butter hat wird frech.“
Kurt Tucholsky
(1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller
Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie. Als sie wieder zurück waren, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“. „Sehr interessant!“, antwortete der Sohn. „Und, hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“ „Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“ „Was hast du also gelernt?“ fragte der Vater. Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“
Unbekannter Autor
„Es wird immer noch mehr Geld für Volksverdummung als für Bildung ausgegeben. Dagegen hilft nur radikale, geistige Opposition.“
Karlheinz Deschner
deutscher Kirchenkritiker und Autor
„Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“
Theodor Fontane
(1819-1898), deutscher Schriftsteller
„Unsichtbar wird die Dummheit, wenn sie genügend große Ausmaße angenommen hat.“

„Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“

Bertolt Brecht
(1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker
„Nur wer die heute schon vorhandene Überfülle rettender Ideen ignoriert kann behaupten, dass diese Epoche ohne den Versuch geistig zu reagieren einem Abgrund entgegenstürzt.“
Robert Jungk
(1913-1994), Publizist, Journalist und einer der ersten Zukunftsforscher
„Banker sind Menschen, die dir bei guten Wetter einen Regenschirm leihen, ihn aber zurückfordern sobald es zu regnen beginnt.“
Mark Twain
(1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller
Daniela Dahn
„Warum hat in unserem reichen Land die Hälfte der Bevölkerung so gut wie kein Privatvermögen? Und warum überlässt selbst die andere Hälfte die großen Brocken einer anonymen Minderheit? Warum gibt es hierzulande kein größeres Tabu als die Vermögensstatistik? Warum wird die Gesellschaft ärmer, wenn sie produktiver wird?“
Daniela Dahn
Publizistin
„Es gibt im gegenwärtigen Wortschatz für den Ausdruck der Geringschätzung nur wenige Wörter, die so endgültig verdammen wie das Wort ‚unwirtschaftlich’.“
Ernst Friedrich Schumacher
(1911-1977), britischer Ökonom, in „Small is Beautiful“
John Ruskin
„Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist auch unklug, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.“
John Ruskin
(1819-1900), englischer Schriftsteller, Maler, Kunsthistoriker und Sozialphilosoph